Frederik Ernst: "Gemeinschaftsgärten im Kontext einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung in der Lehrer*Innenbildung"

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) soll dazu befähigen, nachhaltige und nicht nachhaltige Entwicklungen unterscheiden zu können und Handlungsfähigkeit im Sinne einer nachhaltigen Gesellschaftsgestaltung zu fördern. Die schulische Implementation des Konzepts sollte im Sinne des „Whole School Aproach“ – d.h. einer ganzheitlichen Integration der Idee in den Schulalltag – erfolgen. Dies kann z.B. durch neue und offene Lernsettings wie Projektlernen, Möglichkeiten der Schüler*Innenpartizipation oder eine Vernetzung mit außerschulischen Kooperationspartner*Innen geschehen. Sowohl die veränderte Art der Lernsettings als auch die zielgruppengerechte didaktische Reduktion dieser sehr komplexen Thematik stellen eine Herausforderung an die Lehrkräfte dar, auf die die universitäre Lehre reagieren muss. Gleichzeitig besteht in den Fragen der konkreten Umsetzung weiterhin Forschungsbedarf.

Dieses Projekt untersucht daher die Eignung des „Lernorts Gemeinschaftsgarten“ im Zuge der Lehrer*Innenbildung für eine nachhaltige Entwicklung und betrachtet dabei individuelle Lernbedürfnisse und Erfolge der Studierenden. Ziel des Projekts ist es, einen Beitrag zur Weiterentwicklung innovativer Lernsettings für BNE im Kontext der Lehrer*innenbildung/Professionsforschung zu leisten. Es wird in einem mehrstufigen Verfahren ein selbstorganisiertes Lernen durch Engagement Lernsetting in einem Schulgarten entwickelt und implementiert.

Im Rahmen der Entwicklung wird betrachtet, welche Rolle vorhandene Beliefs im Lernprozess spielen und inwiefern das Lernsetting geeignet ist, Beliefs zu verändern. Diese Erkenntnisse sollen dann für die Entwicklung von Lernsettings mit ähnlichen Bedingungen übertragen werden können.

Als theoretische Grundlagen bei der Entwicklung werden unter anderem die Theorien Transformativer Bildungsprozesse sowie der Resonanz einbezogen.  Im Laufe des Prozesses wird untersucht, inwieweit Bildungsprozesse mit transformativen Potential beobachtbar sind und wodurch diese ausgelöst wurden. Darüber hinaus wird sich grundsätzlich dem Konstrukt BNE-bezogene Beliefs gewidmet und sich diesem sowohl theoretisch als auch empirisch genähert. Methodologisch wird bei dem Projekt der Ansatz Design-Based Research mit der Grounded-Theory-Methodologie verbunden.

Zusammengefasst verfolgt das Projekt folgende Ziele und Fragen:

  1. Entwicklung und Implementation eines BNE-Lernsettings für die Lehrer*innenbildung und Analyse von Gelingensbedingungen zur Übertragung auf ähnliche Vorgehen
  2. Betrachtung potentiell transformativer Bildungsprozesse mit Analyse von hemmenden und förderlichen Bedingungen mit besonderem Fokus auf die Reflexion
  3. Klärung des Konstrukts BNE-bezogene Beliefs anhand der qualitativen Daten

 

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