Die Projektziele
Das Projekt MTSS-K (Laufzeit: 1. Januar 2024 bis 31. Dezember 2027) verfolgt das Ziel, einen in den USA entwickelten und empirisch gut fundierten Bildungsansatz für den Elementarbereich zu adaptieren, zu implementieren sowie hinsichtlich seiner Wirksamkeit und Effizienz systematisch zu evaluieren. Die Projektkoordination liegt bei Christophe Dierendonck (Fachbereich Erziehungswissenschaften und Sozialarbeit) an der Universität Luxemburg.
Das internationale Projektkonsortium umfasst sieben europäische Institutionen. Gemeinsam arbeiten die Partner daran, ein Mehrstufiges Unterstützungssystem für den Kindergarten (MTSS-K) in sechs europäischen Ländern kontextsensitiv zu adaptieren und umzusetzen.
Übergeordnetes Ziel ist es, bestehende Bildungsungleichheiten frühzeitig zu reduzieren und die Entwicklung zentraler basaler Kompetenzen zu fördern. Im Fokus stehen dabei insbesondere die Bereiche Literacy (Lese- und Schreibentwicklung), Numeracy (mathematische Grundfähigkeiten) sowie die sozioemotionale Entwicklung von Kindern im Vorschulalter.
MTSS stellt einen datenbasierten, präventiv ausgerichteten Ansatz dar, der auf drei aufeinander aufbauenden Unterstützungsebenen basiert. Ziel von MTSS-K ist es, evidenzbasierte pädagogische Praktiken im Elementarbereich systematisch zu implementieren, die frühzeitige Entwicklung akademischer sowie sozioemotionaler Kompetenzen aller Kinder zu fördern und pädagogische Fachkräfte mit geeigneten diagnostischen Instrumenten, Materialien und Handlungskonzepten auszustatten.
Das Projekt wird in sechs europäischen Ländern – Belgien, Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Italien und der Schweiz– durchgeführt und verfolgt das Ziel, den MTSS-Ansatz im europäischen Elementarbereich nachhaltig zu verankern.
Damit leistet das Projekt einen Beitrag zur Förderung von Bildungsgerechtigkeit und sozialer Teilhabe im europäischen Bildungssystem.
Spezifische Ziele der MTSS-K Studie in Deutschland
In Deutschland fokussiert das Projekt insbesondere die Förderung früher mathematischer Kompetenzen sowie sozioemotionaler und verhaltensbezogener Fähigkeiten im Elementarbereich.
Im Rahmen des Forschungsdesigns werden zwei Gruppen pädagogischer Fachkräfte im Zyklus 1 (Arbeit mit 5- bis 6-jährigen Kindern) gebildet:
Interventionsgruppe:
20 pädagogische Fachkräfte, die bei der Implementierung des MTSS-Ansatzes wissenschaftlich begleitet und unterstützt werden.
Kontrollgruppe:
20 pädagogische Fachkräfte, die ihre bisherige pädagogische Praxis fortführen. Parallel dazu nehmen sie an regelmäßigen Informations- und Austauschsitzungen zur Kompetenzentwicklung von Vorschulkindern teil. Nach Abschluss der Interventionsphase werden diese Fachkräfte zu Beginn des Schuljahres 2027/2028 im MTSS-Ansatz qualifiziert und erhalten Zugang zu sämtlichen im Projekt entwickelten Materialien und Instrumenten.


